Wurzeln und Visionen: Das Kirchenjahr 2000 im ZDF
Das Fernsehen hats mit den Christentum. Nachdem in der ARD die Reihe „2000 Jahre Christentum“ gerade gestartet ist, kündet das ZDF ebenfalls „Programmakzente zu den geistigen Quellen unserer Zeitrechnung“ an. Das Zweite Deutsche Fernsehen überträgt seit Jahren jeden Sonntag morgen einen Gottesdienst. Für das kommende Kirchenjahr hat der Sender dieses Programmelement noch ausgebaut. In ökumenischer Zusammenarbeit ist die 60-teilige Gottesdienstreihe „Wurzeln und Visionen“ entstanden, die den Weg durch das liturgische Jahr mit einem Gang durch die Geschichte des Christentums verbindet.
Im kommenden Jahr fügen sich die einzelnen Gottesdienstübertragungen des ZDF erstmals zu einem Gesamtprojekt. Katholische und evangelische, orthodoxe und freikirchliche Theologinnen und Theologen aus Redaktion und Kirche haben die sechzig Gottesdienste gemeinsam in einen Ablauf gebracht, der sich an der Geschichte des Christentums orientiert. Der thematische Bogen reicht von „Ursprung“ über „Christianisierung“, „Mittelalter“, „Mystik“ und „Reformation“ bis hin zu „Soziale Verantwortung“, „Kirche und Diktatur“ und „Christentum und Wissenschaft“. Neben historischen Impulsen sollen auch Zukunftsperspektiven thematisiert werden: Was für Botschaften haben die Kirchen für die Menschen des dritten Jahrtausends?
Aktive Gemeinden
In vielen Kirchgemeinden soll das Programm der Übertragungsreihe „Wurzeln und Visionen“ mit lokaler Kulturarbeit vernetzt werden. Artikelreihen in der Lokalzeitung, historische Führungen sowie die Entwicklung von Internetseiten sind geplante Aktivitäten, mit denen die Gemeinden die je eigene Geschichte in den Blick nehmen wollen. Gemeindevertreter haben auch am Begleitbuch zur Sendreihe mitgearbeitet. Dieses bietet eine kurze Einführung ins geschichtliche Thema und stellt Kultur und Geschichte der Übertragungsorte vor.
Auftakt aus Dresden
Am Vorabend des 1. Advent wird mit einer ökumenischen Feier auf dem Platz vor der Dresdner Frauenkirche das Kirchenjahr 2000 eingeläutet. Die Frauenkirche steht symbolisch für die vielfältigen Erfahrungen unseres Jahrhunderts. Nach ihrer Zerstörung 1945 galt die Ruine jahrzehntelang als Mahnmal gegen die Greuel des Krieges. Zugleich wurde sie zum Hoffnungszeichen für viele Menschen der DDR, die sich jeweils am Vorabend des ersten Advents dort einfanden, um mit Kerzen und Gebeten für ihre Freiheit einzutreten.
Der Gottesdienst ist zugleich Auftakt der ZDF-Sendereihe. Die Predigt halten Bischof Karl Lehmann, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, und Präses Manfred Kock, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Dem Grossprojekt „Wurzeln und Visionen“ folgt um Ostern 2000 im Zweiten Deutschen Fernsehen die siebenteilige Dokumentationsreihe „Glut unter der Asche – 2000 Jahre und die Zukunft des Christentums“. Auch hier soll die Frage nach der kultur- und traditionsprägenden Kraft des Christentums sowohl rückblickend als auch vorausschauend gestellt werden.
„Wurzeln und Visionen“ – das Kirchenjahr 2000 im ZDF
Auftakt:
Samstag, 27. November 1999, 17.45 Uhr
Ökumenische Adventsfeier aus Dresden. Mit Bischof Karl Lehmann, Präses Manfred Kock sowie prominenten Musikern.
Das Begleitbuch:
Eckhard Bieger, Johanna Haberer, Michaela Pilters, Wolfgang Schmidt (Hsg.): „Wurzeln und Visionen – auf den Spuren einer lebendigen Kirche .“
Pattloch/Claudius Verlag 1999. 224 Seiten, Fr 15.-. ISBN 3-532-62247-5
