Interreligiöses Gebet zum Beginn des Kirchenjahres 2000
Das Kloster Einsiedeln lädt am ersten Advent zu einer interreligiösen Gebetsstunde um Frieden und Gerechtigkeit für diese Welt ein. Die Mönche des Klosters versammeln sich mit Frauen und Männern der verschiedenen christlichen Konfessionen sowie mit Hindus, Buddhisten, Moslems und Juden zum gemeinsamen Gebet. Schweizer Fernsehen DRS widmet dem feierlichen Anlass im Rahmen der „Sternstunden“ eine dreistündige Live-Sendung.
Für die Christen beginnt das Kirchenjahr 2000 mit dem ersten Advent. Die Geburt Christi begründet diese Jahrzählung; sie wurde als Konvention von der säkularen Gesellschaft übernommen. Grosse Geburtstage soll man gebührend feiern. Um der Geburt Christi angemessen zu gedenken, begeht das Kloster Einsiedeln diesen Tag mit einem grossen Fest der Begegnung. Mit verschiedenen Menschen anderer Religionen, mit denen das Kloster freundschaftliche Beziehungen pflegt, möchten die Mönche im letzten Jahr des zweiten Jahrtausends und an der Schwelle zum dritten Jahrtausend für Frieden und Gerechtigkeit in unserer Welt beten.
Begegnung an der Schwelle zum 21. Jahrhundert
Seit Jahrhunderten schon pilgern Menschen nach Einsiedeln. Nicht nur Katholiken. Sie tun es auch am ersten Adventssonntag 1999. Christen und Nichtchristen machen sich auf, um sich an diesem Ort der Besinnung und der Gelehrsamkeit zu treffen: zu Gedankenaustausch und Gebet. Gemeinsam suchen sie nach Traditionen, die verbinden, nach Werten, die tragen, nach Ideen, die den Weg öffnen für eine gerechte und friedliche Zukunft. Fernsehen DRS zeigt in der Livesendung „Sternstunden Spezial“ am 28. November von 10.00 bis 12.00 Uhr einzelne Gruppen, die auf dem Weg nach Einsiedeln sind: Menschen anderer Religionen, Christinnen und Christen aus verschiedenen Bekenntnissen. Verbindendes und Trennendes wird aufgezeigt, sowohl zwischen den Konfessionen und Religionen, wie auch zwischen Naturwissenschaft und Glauben. Markante Orte, Ereignisse und Figuren der Geschichte werden im Hinblick auf deren Bedeutung für das 21. Jahrhundert befragt. Wo liegen in der Geschichte die geistigen und geistlichen Kraftquellen, aus denen wir für die Zukunft schöpfen können?
Gemeinsam beten – aber wie?
Um zwölf Uhr versammeln sich die Pilger und Pilgerinnen gemeinsam mit den Mönchen in der Klosterkirche. Das Zusammenkommen wird von SF DRS von 12 bis 13 Uhr direkt übertragen. Wie beten ein Moslem, eine Christin und ein Hindu zusammen? – Das Thema der interkonfessionellen Gebetsstunde ist dem Psalm 85 entnommen: „Güte und Treue begegnen einander, Gerechtigkeit und Friede küssen sich“. Wichtig ist, dass keine Religion versucht, die andere zu vereinnahmen, sondern dass jede die andere in ihrer Eigenart respektiert.
Zu Beginn der Gebetsstunde stellt sich jede religiöse Gruppierung kurz vor und bringt aus dem Schatz ihrer Tradition Eigenes zum Thema ein. Danach finden sich alle wieder in einer gemeinsamen Botschaft, in der sie ihre Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft ausdrücken. Die Gastgeber, die Benediktinermönche von Einsiedeln begleiten die Feier mit ihren Gesängen, die aus der gregorianischen Tradition stammen.
Willi Anderau
Radio- und Fernsehbeaufragter
„Sternstunden Spezial“ zum Advent 2000:
Sonntag, 28. November 1999
10.00 bis 13.00 Uhr auf SF1
