Positive Bilanz nach einem Jahr ZOOM Radio
Die Audioagentur ZOOM Radio beliefert im Auftrag des Katholischen und des Evangelischen Mediendienstes Privatsender mit Kurzbeiträgen zu religiösen und kirchlichen Themen. Nach dem ersten Jahr der Pilotphase werten die Mediendienste das Projekt aus und legen eine Zwischenbilanz vor. Sie beantragen bei den kirchlichen Auftrag- und Geldgebern die Einführung von ZOOM Radio als regelmässigen Dienst.
ZOOM Radio produzierte im ersten Jahr vor allem Kurzbeiträge von durchschnittlich drei Minuten Länge und bot diese entweder den Redaktionen der Privatsender oder den kirchlichen Lokalradiogruppen, die bei einzelnen Privatradios feste Sendegefässe zu Religion und Kirche betreuen, an. Die Beiträge griffen aktuelle Ereignisse und Stellungnahmen (z.B. das Grusswort der Basler Kirchen zum Ramadan) auf, befassten sich mit gesellschaftlichen und ethischen Fragen ( z.B. Arbeitslosigkeit) und behandelten Aspekte christlicher Festtage.
ZOOM Radio erreicht knapp sieben Sender pro Beitrag
Im Jahresdurchschnitt erreichte jeder Beitrag von ZOOM Radio knapp sieben Sender; das entspricht fast einem Viertel der in der Deutschschweiz sendenden Privatradios (inkl. zwei Spitalradios). Im Lauf des Jahres konnten bis auf einen alle 31 Sender mit mindestens einem Beitrag erreicht werden. Der Absatz der einzelnen Beiträge war sehr unterschiedlich: Spitzenreiter wurden von bis zu 14 Sendern übernommen, einige wenige Beiträge wurden nur zwei bis vier mal ausgestrahlt. Als beliebt erwiesen sich vor allem Beiträge zu provokativen oder emotional besetzten Themen (z.B. ein Gespräch mit einem koptischen Bischof einen Monat nach dem Massaker in Luxor) sowie Interviews mit bekannten Persönlichkeiten (z.B. Esther Vilar und Bischof Kurt Koch). Auch die Beiträge zu den christlichen Festtagen fanden überdurchschnittliche Beachtung.
Kirchliche Arbeitsgruppen als wichtige Abnehmer
Schon lange gibt es bei einzelnen Privatsendern ökumenisch zusammengesetzte kirchliche Arbeitsgruppen, die, meistens auf ehrenamtlicher Basis, eigene Sendungen gestalten. Der Auftrag von ZOOM Radio, diese Arbeitsgruppen mit fertigen Angeboten zu unterstützen, und stiess bei den Beteiligten auf unerwartet grosses Echo: Von 230 übernommenen Beiträgen wurde die Hälfte über neun kirchliche Arbeitsgruppen abgesetzt; die andere Hälfte wurde von 17 Lokalradio-Redaktionen ohne Vermittlung durch kirchliche Arbeitsgruppen direkt übernommen.
Erschliessung neuer Sender durch ZOOM Radio
Neben der Unterstützung der kirchlichen Lokalradioarbeit vor Ort konnte ZOOM Radio acht Sender, in deren Region keine kirchliche Lokalradiogruppe besteht, mit Programmen beliefern (z.B. die Radios Central, ExtraBern und Canal 3). Bei Radio Ri und bei Radio Wil wurden die festen kirchlichen Sendungen im vergangen Jahr abgesetzt. Dank ZOOM Radio ist es gelungen, dort trotzdem mit kirchlichen Beiträgen präsent zu bleiben. Bei weiteren Sendern ist ZOOM Radio ergänzend zu verkündigenden Beiträgen der kirchlichen Arbeitsgruppen im Tagesprogramm präsent.
Journalistisch kompetente kirchliche PR
Eine Umfrage bei den kirchlichen Arbeitsgruppen hat ergeben, dass die meisten von ihnen mit ZOOM Radio sehr zufrieden sind und darin eine willkommene und nützliche Ergänzung ihrer Arbei sehen. Die positive Beurteilung bezieht sich sowohl auf die Themenwahl als auch auf die Qualität der Bearbeitung. Entgegen anfänglichen Befürchtungen empfindet keine Gruppe ZOOM Radio als Konkurrenz.
Etwas weniger eindeutig beantworteten die Privatsender eine Umfrage: Mehrheitlich beurteilen sie die Beiträge von ZOOM Radio als journalistisch kompetent, nehmen sie aber gleichzeitig als kirchliche PR wahr. Die Sender sind zudem mehrheitlich der Meinung, dass die Beiträge den Stil ihres Senders noch zu wenig treffen. Sie sollten nach Auffassung der Sender lockerer, provokativer und auch kürzer daherkommen. Einige wünschen mehr Lokalbezug der Beiträge – was allerdings aus strukturellen Gründen von ZOOM Radio als überregionaler Dienstleistung schwer zu erbringen ist.
Von den kirchlichen Informationsbeauftragten hatte gut die Hälfte bereits Kontakt mit ZOOM Radio. Besonders positiv reagierten die Hilfswerke auf die ökumenische Audioagentur, einige von ihnen arbeiteten im vergangenen Jahr mit der Redaktion zusammen und konnten so ihre eigenen Themen bei den Privatradios anbieten.
Sowohl die kirchlichen Informationsbeauftragten als auch die kirchlichen Lokalradiogruppen befürworten eine Weiterführung von ZOOM Radio.
Bilanz: ZOOM Radio als wichtiges Standbein kirchlicher Lokalradioarbeit
Dem Redaktionsteam von ZOOM Radio, Jürg Scheibler und Judith Stofer (je 50%) ist es gelungen, ZOOM Radio innerhalb eines Jahres aufzubauen und bei Sendern und kirchlichen Partnern bekanntzumachen. Die Absatzzahlen sind auch im Vergleich mit ähnlichen Anbietern erfreulich. Mit zunehmender Routine wird sich auch die Zahl der Produktionen steigern lassen. Wie die Zahlen und die Umfrageergebnisse zeigen, erfüllt ZOOM Radio die Leitziele des Projektes, nämliche einerseits, die bestehende kirchliche Lokalradioarbeit zu unterstützen und andererseits, neue Sender für kirchliche und religiöse Themen zu gewinnen. Die Geschäftsleitung ZOOM und die Geschäftsleitung der kirchlichen Mediendienste legen bereits nach dem ersten Jahr der Pilotphase eine ausführliche Zwischenbilanz vor und beantragen bei ihren Vorständen und Auftraggebern die Einführung von ZOOM Radio als regelmässigen Dienst.
Ursula Vock
Die Radiobeauftragten der beiden Mediendienste haben einen ausführlichen Bericht über das Pilotprojekt ZOOM Radio verfasst. Der Bericht enthält detaillierte statistische Angaben und wertet die Umfragen bei den Redaktionen der Privatsender sowie bei den kirchlichen Informationsbeauftragten und den Lokalradiogruppen aus. Er bietet einen Vergleich mit ähnlichen Anbietern und eine medienpolitische Beurteilung. Der Bericht umfasst 32 Seiten und kann gegen einen Unkostenbeitrag von 10.- (inkl. Porto) bestellt werden bei:
Evangelischer Mediendienst, Auswertung ZOOM Radio, Postfach, 8026 Zürich. Tel: 01/299 33 11
Katholischer Mediendienst, Auswertung ZOOM Radio, Postfach, 8027 Zürich. Tel: 044/204 17 70
