Clandestins

Sechs Flüchtlinge aus Nordafrika und Osteuropa begeben sich – eingeschlossen in einem Schiffscontainer – auf eine ungewisse Reise in das vermeintliche Paradies Kanada. Als das Schiff auf hoher See eine Panne erleidet, verzögert sich die Reise, und die Nahrungsvorräte gehen schneller als erwartet zur Neige.

Trotz leichten Schwächen in der Zeichnung der Figuren und der übertriebenen Zuspitzung von Konflikten innerhalb der Gruppe ist „Clandestins“ ein bemerkenswertes Spielfilmdebüt, das über die unzumutbaren Strapazen der illegalen Einwanderung aufklärt.
Der Genfer Regisseur Nicolas Wadimoff kennt die Menschen, deren Schicksal er nachzeichnet. Er lebt in einem von Immigranten geprägten Milieu, und die Frage, wie die Gesellschaft mit Minderheiten umgeht, zieht sich wie ein roter Faden durch seine Dokumentarfilme. In seinem Film über die Reise der sechs Flüchtlinge versucht er, den Zuschauer zum siebten Clandestin zu machen; er soll sozusagen die Reise im Container miterleben.

„Clandestin“, der auf ARTE unter dem Titel „Drachenfutter“ läuft, erhielt an Filmfestivals mehrere Preise. Das Huis-Clos-Motiv, das diesem Film formell zugrunde liegt, wird auch in neuesten Film- und Fernsehproduktionen wieder aufgenommen – wenn auch mit gänzlich anderen Inhalten („Big Brother“, „Cube“).

ARTE, 12. Oktober, 22.00-23.40