Maria full of Grace

Der preisgekrönte Erstlingsfilm des US-Amerikaners Joshua Marston basiert auf mehr als tausend bedrückenden Schicksalen von kolumbianischen Mädchen, die sich vom Drogenschmuggel eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erhoffen. Die 17-jährige lebensfrohe Maria ist im Begriff, ihr Leben in der Kleinstadt aufzugeben und ihr Glück als Hausmädchen in der Hauptstadt Bogota zu suchen. Sie hat genug von den Ansprüchen ihrer Familie, genug von der Arbeit als «Blumenfrau» auf der Rosenplantage, wo sie zusammen mit vielen anderen Arbeiterinnen in einem streng reglementierten Arbeitsablauf Dornen von den Stielen entfernt. Auch ihr wenig geliebter Freund Juan kann sie nicht zurückhalten, obwohl sie von ihm schwanger ist.

Der attraktive Franklin, mit dem sie seit einer Fiesta bekannt ist, verspricht ihr das grosse Geld, wenn sie sich als «Maultier» gebrauchen lässt und macht sie mit einem Drogenboss bekannt. Seine präzise Instruktion, wie die mit Heroin gefüllten Latex-Fingerlinge zu schlucken sind, ohne erbrechen zu müssen, der nervenaufreibende Flug nach New York und die Kontrolle am Zoll sind von dokumentarischer Qualität und atmen die Spannung eines Kriminalfilms, der für manche Schmugglerin schlecht ausgeht. Maria begreift schliesslich, dass das Kind in ihrem Leib sie vor grösserem Unheil geschützt hat und trifft eine neue Entscheidung.

Hans Hodel, Filmjournalist Bern
hanshodel@swissonline.ch

«Maria full of grace», USA/Kolumbien 2003, Regie: Joshua Marston, Besetzung: Catalina Sandino Moreno, Venny Paola Vega, Guillied Lopez; Verleih: Ascot Elite Zürich, Internet: http://www.ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://www.mariafullofgrace.com/main.html