Moi et mon blanc
Mamadi steht zwar kurz vor Abschluss seiner Doktorarbeit in Paris. Doch als das Stipendium aus seiner Heimat Burkina Faso ausbleibt, hat er erst einmal andere Sorgen: kein Geld für die Miete, kein Zimmer. Immerhin kann er in einem Parkhaus (schwarz) arbeiten, wo er den Franzosen Franck kennen lernt. Nach einem überraschenden Geldfund machen sich die beiden aus dem Staub, Richtung Afrika. Hier ist es dann der weisse Franck, der sich in einer fremden Umgebung zurecht finden muss.
Der Film des Burkinaden Pierre Yameogo thematisiert Freundschaft und Fremdheit in leichtem Ton. Indem er Szenen sowohl in Frankreich als auch in Burkina Faso spielen lässt, zeigt er augenzwinkernd, wie ähnlich sich Menschen bei allen kulturellen Unterschieden doch verhalten. Den tratschenden Nachbarinnen in einer Pariser Hochhaussiedlung entsprechen die beiden Nachbarn, die in Ouagadougou stets ihre Umgebung kommentieren. Die oft falsche gegenseitige Wahrnehmung von dem, was «Afrika» und «Europa» ist, wird hier genutzt, um zum Lachen zu bringen. Dabei sind es bei näherem Hinsehen Scherze über eine bittere Wahrheit. Der Film erzählt seine Geschichte ruhig, zuweilen etwas langatmig. Doch macht ihn seine zweite Hälfte sehenswert, die Einblicke in das Leben in Burkina Faso präsentiert.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Moi et mon blanc», Burkina Faso 2004, Regie: S. Pierre Yameogo, Besetzung: Serge Bayala, Pierre-Loup Rajot, Anne Roussel; Verleih: trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org
