Kontext. „Das ganze Leben ist eine Erfindung“

Unser Gedächtnis ist keineswegs das verlässliche Archiv, für das wir es gerne halten. Es wählt Eindrücke aus, ergänzt sie und formt sie neu, um das Überleben und die Orientierung in der Gegenwart möglich zu machen. Diese Thesen vertritt Harald Welzer, der am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen die Forschungsgruppe „Erinnerung und Gedächtnis“ leitet. Im Gespräch belegt der Wissenschaftler, warum unser Gedächtnis voller Tücken und Lücken ist, und warum Skepsis gegenüber unseren Biographien angebracht ist