Berlinale 2004 – Preise der Ökumenischen Jury

(medientipp) Der Hauptpreis der Ökumenischen Jury an den diesjährigen Filmfestspielen in Berlin ging an den britischen Regisseur Ken Loach. Er erhielt die Auszeichnung für seinen Wettbewerbsfilm „Ae Fond Kiss“. Lobend erwähnt wurde von der Jury der kroatische Film „Svjdoci“ („Die Zeugen“) von Vinko Bresan. Ferner wurden die beiden Filme „Mi piace lavorare“ von Francesca Comencini und „Folle Embellie“ von Dominique Cabrera mit einem mit je 2´500 Euro dotierten Preis ausgezeichnet.

Die Ökumenische Jury wird seit 1992 gemeinsam vertreten von der Internationalen Katholischen Vereinigung für Kommunikation SIGNIS und der Internationalen Kirchlichen Filmorganisation INTERFILM. Der Hauptpreis wird jeweils an einen Film aus dem offiziellen Wettbewerb vergeben. Die mit je von 2´500 Euro dotierten Filme werden aus den Sektionen Panorama und Forum ausgewählt. Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland EKD stiften je ein Preisgeld. Mit den Ökumenischen Preisen werden Filme ausgezeichnet, denen es gelingt, ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht. Berücksichtigt werden sollen Filme, die den Zuschauer für spirituelle, menschliche oder soziale Fragen und Werte sensibilisieren.

Mitglieder der Ökumenische Jury 2004: Werner Schneider-Quindeau (Vorsitzender, Deutschland), Frank Frost (USA), Julienne N.Munyaneza (Ruanda), Oldrich Selucky (Tschechische Republik), Lothar Strüber (Deutschland), Marjorie Selucky (USA).

 

Die Preise der Ökumenischen Jury

Der Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb geht an:

„Ae Fond Kiss“ von Ken Loach
Am Beispiel der Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann pakistanischer Herkunft und einer irischen Lehrerin thematisiert der Film die kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Fronten, die es für ein gemeinsames Zusammenleben zu überwinden gilt. Ein überzeugendes Plädoyer für Toleranz und interkulturelle Verständigung.

Eine lobende Erwähnung geht an:

„Svjedoci“ (Die Zeugen) von Vinko Bresan
Auf ausgezeichnete Weise setzt der Film künstlerische Mittel ein, um die moralischen Probleme in einer Kriegssituation darzustellen. Er zeigt, dass sogar in dieser Situation humanes Handeln möglich ist. Der einzige Weg zu einer friedlichen Zukunft gelingt nur dort, wo das Risiko übernommen wird, Leben zu schützen und sogar der Respekt gegenüber den Feinden als menschlichen Wesen gewahrt bleibt.

Der Preis für einen Film aus dem Panorama geht an:

„Mi piace lavorare“ (Mobbing) von Francesca Comencini
Der Film beschreibt eindrücklich das Leiden einer alleinerziehenden Frau, die an ihrem Arbeitsplatz ungerecht behandelt und dem Mobbing von Mitarbeitern ausgesetzt ist. Die Regisseurin betont auf herausfordernde und angemessene Weise das Recht auf Gerechtigkeit und menschliche Würde.

Der Preis für einen Film aus dem Forum geht an

„Folle embellie“ (A Wonderfull Spell) von Dominique Cabrera
„Folle embellie“ ist zugleich eine einfühlsame Geschichte und eine umfassende Metapher. Der Film setzt den Wahnsinn des Krieges gegen die Krankheit von geistig Behinderten und fragt nach den Möglichkeiten der Heilung durch gemeinsames Handeln und gelingende menschliche Beziehungen.

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