Das Schweigen des Palastes (Les silences des palais)
Spielfilm (T/F 1994). Aus der Sicht des unehelich geborenen Mädchens einer Bediensteten wird der Alltag der weiblichen Dienerschaft im Palast einer tunesischen Prinzenfamilie geschildert. Von den Frauen wird nicht nur Arbeit bis zur Selbstaufgabe erwartet, sie haben den Prinzen auch sexuell zur Verfügung zu stehen. Die Tunesierin Moufida Tlatli prangert in ihrem überzeugenden Regiedebüt das Schicksal dieser Frauen nicht an. Bewusst verzichtet sie zugunsten subtilerer Einsichten auf Schwarz-Weissmalerei. Indem sie das Leiden der Frauen nur andeutet, verkehrt sie die eiserne Regel des Palastes, das Schweigen, ins Gegenteil: Gesten und Blicke sprechen beredter als Worte über weibliche Demütigung, Unterwerfung und Selbsthass
