Stan & Ollie

1937 befinden sich die Komiker Stan Laurel und Oliver Hardy alias Dick & Doof auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und gleichzeitig an einem Wendepunkt. Kreativkopf Laurel will für seine Arbeit an den Drehbüchern, am Schnitt und der Regie besser bezahlt werden. Hardy, der ständig knapp bei Kasse ist, zieht den sicheren Platz beim bisherigen Knauser-Produzenten Hal Roach vor. Laurel fühlt sich von seinem Partner im Stich gelassen, was zum Zerwürfnis führt. 16 Jahre später versuchen die inzwischen in die Jahre gekommenen Slapstik-Grössen ein gemeinsames Comeback. Sie touren mit mässigem Erfolg durch kleine englische Theater, mit dem Ziel, einen grossen Film zu realisieren. Doch das Traumprojekt scheint nicht zustande zu kommen, alte Wunden reissen wieder auf, Hardy ist gesundheitlich angeschlagen. Laurel wird vor die Wahl gestellt, seinen Partner oder die Showbühne für immer zu verlassen.

Dem schottischen Regisseur Jon S. Baird ist hier ein liebevoll-melancholischer Film gelungen. Er gewährt private Einblicke ins Leben des unvergesslichen Komikerduos, das von Steve Coogan und John C. Reilly in Mimik, Gestik, Stimme und Aussehen perfekt verkörpert wird. Man wird durch diesen bis ins Detail stimmigen Film wieder daran erinnert, dass Humor aus dem Herzen kommen und niemandem weh tun muss. Und dass Werte wie Freundschaft und Loyalität über eine Berufung und sogar den Tod hinausgehen. Eine späte Liebeserklärung an das bis heute einzig wahre Hollywood-Traumpaar.

Sarah Stutte, Filmjournalistin

«Stan & Ollie», Grossbritannien/USA 2018, Regie: John S. Baird, Besetzung: Steve Coogan, John C. Reilly, Nina Arianda, Verleih: Impuls, http://www.img.biz

Kinostart: 9. Mai 2019