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Le père de mes enfantsDer Mann scheint mit seinem Mobiltelefon zusammengewachsen zu sein. Ständig ist er am Apparat, dauernd am Verhandeln, Beschwichtigen, Planen. Selbstverständlich telefoniert er zwischendurch auch mit seiner Familie, immer gut aufgelegt. Grégoire ist Filmproduzent, charmant und arbeitswütig. Seine Frau wünscht von ihm mehr Zeit für die Familie. Allerdings erwischt sie ihn auch im Kurzurlaub beim geschäftlichen Telefonieren. Sein Problem nämlich ist, dass seine Produktionsfirma kurz vor dem Konkurs steht. Allmählich schwindet seine Energie und er weiss keinen Ausweg mehr.
Der Film ist symmetrisch und zugleich emotional kontrastierend um den Suizid Grégoires angelegt. Die erste Stunde etabliert einen begeisterungsfähigen Mann, der sich auch nach einem noch so harten Tag fröhlich seinen Töchtern zuwendet. Von Herzen möchte man ihm gönnen, dass er in der Firma das Ruder herumreissen und nebenbei eine bessere Work-Life-Balance finden könnte. Zugleich spürt man, dass er sich kaum ändern wird, aber auf Dauer niemand so leben kann. Gleichwohl schockt der kurze Schuss mehr als ein Herzinfarkt. Die zweite Filmstunde versucht nun, aus dem Schock zurück ins Leben zu kommen. Der Trauer folgen der Versuch seiner Frau, das Ende der Firma in seinem Sinne zu begleiten, und die Suche der ältesten Tochter nach ihrem eigenen Weg. Eine gelungene Studie zum Vatersein in der Leistungsgesellschaft.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien christine.stark ref.ch
"Le père de mes enfants", Frankreich 2009, Regie: Mia Hansen-Løve, Besetzung: Chiara Caselli, Louis-Do de Lencquesaing, Alice de Lencquesaing, Alice Gautiert, Verleih: Frenetic Films, Internet: www.frenetic.ch
Kinostart: 5. August 2010 Montag, 26. Juli, 00:00 Uhr, medientipp Weitere Filmtipps
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