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La vraie vie est ailleurs Wer wollte nicht schon einmal in irgendeinen Zug steigen und einfach davonfahren? Als hätte dieser Gedanke Pate gestanden, beginnt der Film am Genfer Hauptbahnhof, wo sich die Wege dreier Menschen kurz kreuzen. Sie brechen auf aus ihrem Alltag: eine junge Italienerin will nach Neapel ziehen; ein Mann fährt nach Berlin, wo er gerade Vater geworden ist; eine Wissenschaftlerin bricht zu einem Kongress nach Marseille auf. Während ihrer Nachtfahrten begegnen sie Fremden, mit denen sie den Weg teilen. Die Italienerin bekommt es mit einem übereifrigen Schlafwagenschaffner zu tun, der Genfer strandet am Dortmunder Bahnhof und trifft auf eine geheimnisvolle Rumänin, die Wissenschaftlerin nimmt sich eines blinden Passagiers an.
Anlage und Ästhetik des Westschweizer Films tragen experimentelle Züge, wobei sich die genau beobachteten Figuren wie von selbst weiter entwickeln, dank des herausragenden Ensemblespiels. Die drei bis auf den Ausgangspunkt unabhängigen Geschichten werden parallel zueinander erzählt und so unsichtbar zusammengehalten, je weiter die Wege auseinander führen. In der Fremde kommt man zu sich selbst, auch wenn es nicht immer leicht fällt. Am Morgen werden alle anders sein und vielleicht sogar ein anderes Leben beginnen. Ein sinnlicher Film, nicht nur für Zugfahrer.
Christine Stark, Reformierte Filmbeauftragte christine.stark ref.ch
"La vraie vie est ailleurs", Schweiz 2006, Regie: Fédéric Choffat, Besetzung: Antonellea Vitali, Dorian Rossel, Sandra Amodio; Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: www.xenixfilm.ch, www.publik.ch, Filmwebsite: www.lavraievie.lefilm.ch
Kinostart : 23. August 2007 20.08.2007 Weitere Filmtipps |
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