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Matchmaker – Auf der Suche nach dem koscheren Mann
Matchmaker – Auf der Suche nach dem koscheren Mann   

Mit einem schwungvollen Selbstversuch steigt die dreissigjährige jüdische Regisseurin Gabrielle Antosiewicz ins Brautkleid und versucht ihr Glück auf dem Heiratsmarkt in Zürich. Für die Wahl des richtigen jüdischen Mannes, der ihren Vorstellungen entspricht, lädt sie vier Junggesellen zum Backen eines traditionellen Sabbat-Brotes in ihre Küche ein. Während der Ofen läuft, gewährt der Dokumentarfilm anhand von drei Porträts der Familien Amiache, Neufeld und Bollag Einblicke ins Leben der Juden in der Schweiz: Vom Arbeitsalltag über Liebesgeschichten, Heiratsvermittlung und Online-Vermittlungsseiten, bis zu Segenssprüchen, koscherer Küche und dem Putzalltag der Frauen. Nicht zuletzt wird endlich das Geheimnis unter der Frauenperücke gelüftet.

Erstaunlich offen reden die Porträtierten über ihre Befindlichkeit und ihren Umgang mit der religiösen Tradition. Dabei wird das gesamte Spektrum von der orthodoxen bis zur modern-liberalen Lebenshaltung gezeigt. Erfrischend wirkt die Ironie der Regisseurin, die ihre Schwierigkeiten als jüdische Frau auf dem begrenzten Heiratsmarkt thematisiert. Dabei deckt sie ihr eigenes Verhältnis zur Tradition als "Dreitagesjüdin" auf, die lediglich bei drei grossen Festen im Jahr mitfeiert und sonst ihren Alltag nach eigenen Vorstellungen gestaltet. Dass dabei die Liaison zum koscheren Mann nicht ganz einfach und die Hauptdarstellerin die Flucht in Turnschuhen ergreift, lässt sich nun sehr gut nachvollziehen.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martigkath.ch

"Matchmaker – Auf der Suche nach dem koscheren Mann", Schweiz 2005, Regie: Gabrielle Antosiewicz, Besetzung: Gabrielle Antosiewicz, Familien Amiache, Neufeld und Bollag, Verleih: Frenetic Films, Internet: www.frenetic.ch.

Kinostart: 27. Oktober

25.10.2005

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