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Reconstruction   

"Boy meets girl". Das ist der Stoff, aus dem Filme sind. Zahlreiche Kinogeschichten drehen sich um Liebe und Sehnsucht, Erfüllung oder Versagen; und das Publikum liebt und leidet mit. Eine neue Variante zeigt "Alex meets Aimeé" und spielt in Kopenhagen. Die beiden sehen sich zufällig abends am Bahnhof und werden die Nacht gemeinsam verbringen. Doch da ist noch Alex’ Freundin, die nach Liebe fragt, die er ihr nicht zu geben vermag. Und da ist auch Aimeés Mann, der sie liebt, aber als erfolgreicher Schriftsteller kaum Zeit hat. Und was ist das eigentlich zwischen Alex und Aimeé, Abenteuer, Erotik, Liebe? Am nächsten Tag findet Alex sich nicht mehr zurecht. Es bleibt offen, wer sich verändert hat: er oder die Realität. Auch Aimeé ist in ihrem Alltag verunsichert.

Der Däne Christoffer Boe spielt in "Reconstruction" mit den Illusionen des Kinos und dem Rätsel der Liebe. Der Film enthüllt in sprödem Stil, wie eine Liebesgeschichte zusammengesetzt ist. Gleichzeitig illustrieren seine Bilder, wie es funktioniert, dass auch eine noch so konstruierte Geschichte fasziniert und berührt. So wirft er die Frage auf, ob Liebe als Empfindung echt oder lediglich eine Konstruktion ist. Dies lässt der Film gewagt unbeantwortet, indem er seine eigene Künstlichkeit offen legt und doch zugleich Gefühle hervorruft.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.starkref.ch

"Reconstruction", Dänemark 2003, Regie: Christoffer Boe, Besetzung: Nikolaj Lie Kaas, Marie Bonnevie, Krister Henriksson, Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: www.xenixfilm.ch

02.03.2004

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