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Lourdes Wunder geschehen in Lourdes alle Tage. Oder doch zumindest so häufig, dass eine Stelle für die Anerkennung von Wundern existiert. Christine ist eine junge Frau, die an Multipler Sklerose erkrankt und an den Rollstuhl gebunden ist. Die Wallfahrt nach Lourdes mag sie wegen der Geselligkeit. Das Hotel bietet einen Rundum-Service vom Frühstück, über den Besuch von Sehenswürdigkeiten bis zum Abendgebet am Bett. In diese starre Welt der Rituale bricht plötzlich ein Wunder. Christine kann eines Morgens wieder gehen. Und sie verliebt sich in einen uniformierten Samariter. Doch diese Ereignisse sind zwiespältig in ihren Auswirkungen: Hoffnung mischt sich mit Eifersucht, Glauben mit Zweifel.
Mit einem skeptischen, aber respektvollen Blick verfolgt Regisseurin Jessica Hausner die Rituale des Wallfahrtsortes. Sie hat als Darstellerin der jungen Frau eine herausragende Sylvie Testud gewählt, die fragil und widersprüchlich wirkt. Mit grosser Sensibilität nähert sich der Film dem anspruchsvollen Thema: Die Wunder von Lourdes werden nicht direkt in Frage gestellt. Vielmehr ist es die fragwürdige Beziehung von Menschen zur Volksreligiosität, die hier zum Vorschein kommt. "Lourdes" ist eine scharfsinnige Studie über den Mikrokosmos einer Pilgergruppe und eine grossartige Inszenierung mit eigenständiger Handschrift. Es gibt sie wirklich: Die Kamera als religiöses Schreibinstrument. Der Film ist Gebet und Glaubenszweifel zugleich.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
"Lourdes", Österreich/Frankreich/Deutschland 2009, Regie: Jessica Hausner, Besetzung: Sylvie Testud, Bruno Todeschini, Léa Seydoux, Elina Löwensohn; Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: www.xenixfilm.ch, Filmwebsite: www.lourdes-derfilm.at
Kinostart: 25. Februar 2010
"Lourdes" im KirchenKino: medientipp.ch/index.php?na=4,2&meid=120544 Web-Video mit Bischof Markus Büchel: www.kath.ch/index.php?na=13,0,1,0,d,47805
22.02.2010 Weitere Filmtipps |
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