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Cinco días sin Nora Der Tod eines Menschen ist zuerst einmal eine organisatorische Herausforderung. Diese Erfahrung macht auch José, der seine Ex-Frau Nora in ihrer Wohnung tot auffindet. Es ist Noras letzter Wille, dass sich José um ihr Begräbnis kümmern soll. Wegen dem jüdischen Feiertag und ihrem Freitod erweist sich die Bestattung als recht schwierig. Als Agnostiker hat José seine liebe Mühe mit religiösen Vorschriften und Ritualen, mit denen er sich jetzt herumschlagen muss. Noch mehr wurmt ihn aber die subtile Rache von Nora, die sich mit einer grossen Dosis Pillen aus der Welt verabschiedet hat. Wie sich schnell herausstellt, hat sie jedoch vorher noch das Essen für Pessach vorbereitet und einige Gäste eingeladen.
Mit feinsinnigem Humor und Einsichten in die absurden Seiten des Lebens ist diese Beziehungskomödie ein warmherziges und gelungenes Stück. Mariana Chenillo zeichnet nuanciert den Weg von der stillen Verweigerung zu einer versöhnlichen Sicht auf die Verstorbene. Absurd wirkt dabei der Versuch, die Bestattung zwischen einem jüdisch-orthodoxen Begräbnis und einer christlichen Beerdigung hindurch zu navigieren. Religiöse Konventionen wirken hier nicht entlastend, sondern kompliziert und skurril. José hat als einziger Nora – nach vielen Jahren der Trennung – verstanden und ihr verziehen. Aus der Perspektive des Abschieds sind diese "fünf Tage ohne Nora" ein Moment des stillen Glücks im Kino.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst charles.martig kath.ch
"Cinco días sin Nora", Mexiko, Regie: Mariana Chenillo, Besetzung: Fernando Luján, Silvia Marisacal, Marina de Tavira; Verleih: trigon-film, Internet: www.trigon-film.org
Kinostart: 7. Januar 2010
04.01.2010 Weitere Filmtipps |
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